Was ist Bitcoin und wie funktioniert es? Die Erklärung, Fakten & Erfahrung im Überblick!

Clemens
30. August 2019

Einleitung

Der Bitcoin ist seit Jahren in aller Munde und vermutlich die bekannteste, auf einer Blockchain basierende, Cryptowährung am Markt. Mit einer Marktkapitalisierung von 170 Mrd. ist der Bitcoin von globaler wirtschaftlicher Relevanz. Doch was ist der Bitcoin eigentlich und wie funktioniert die Cryptowährung? 

Dieser Artikel dient zur kompletten Erklärung von Bitcoin.

Was ist Bitcoin?

Der Bitcoin ist eine dezentrale digitale Währung welcher auf der Blockchain basiert. Mittels Bitcoin kann man weltweit Zahlungen annehmen und versenden. Hierfür benötigt man sogenannte Wallets. Es sind die sogenannten Konten auf denen man Crpytowährungen wie Bitcoin speichern kann. Diese können digital aber auch Hardware sein.

Die Gesamtmenge an Bitcoin ist im Vergleich zu echtem FIAT Geld auf 21 Millionen Stück reduziert.  Diese Menge ist aktuell noch nicht erreicht und es entstehen täglich neue Bitcoins bis diese Menge erreich wird. Doch diese entstehen nicht einfach aus dem nichts. Bitcoins entstehen durch Mining (dt. Schürfen). Aber dazu gleich mehr.  Aktuell liegt die Marktkapitalisierung im dreistelligen Milliardenbereich.

Es gibt auf Grund der Dezentralität keine Bank oder Institution welche die Menge erhöhen kann oder am Leitzins etwas ändern könnte. Da es rein digital ist kann man auch keine Bitcoins drucken oder drucken lassen. Das ist gleichzeitig aber auch eine der größten Stärken Bitcoin und anderen dezentralen Cryptowährungen.

Es ist zudem ein Open Source System sodass man das System Bitcoin auch erweitern kann. 

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Geschichte

Die Geschichte von Bitcoin hat den Ursprung in der Finanzkrise 2007 / 2008. Damals hatte der Japaner Satoshi Nakamoto stark kritisiert und nach einer Lösung gesucht. Er wollte dem Bankensystem die Macht weg nehmen und eine neue digitale Währung schaffen die komplett dezentral und anonym ist. In der Theorie sollte es somit keine Monopole und Manipulationen mehr geben. Im Jahr 2008 entwickelte er dann das komplette System und schrieb es in einem Dokument, dem sogenannten White Paper, auf. Dieses wurde dann 2009 als Open Source Project (für jeden zugänglich) veröffentlicht.

Erfinder Satoshi Nakamoto

Wer Satoshi Nakamoto wirklich ist konnte bis heute noch nicht zu 100% bestätigt werden. Es gibt zahlreiche Mythen um den Gründer aber keiner konnte davon bestätigt werden. Das ist auch mitunter das spannende an Bitcoin. Eine geniale Idee (wenn auch nicht ganz ausgereift) welche die Welt verändert und der Ursprung bleibt unbekannt. Aufgrund des Namens handelt es sich jedoch um einen Japaner.

satoshi nakamoto

Das Bild des Japaners Dorian Nakamoto ging um die Welt und bis heute glauben noch immer viele Bitcoin Experten, dass er der Gründer sei. Doch der Japaner welcher den Namen trägt gibt bis heute an nichts damit zu gehabt zu haben und unternahm sogar rechtliche Schritte gegen die Behauptungen. Zudem arbeitet der Kalifornier seit Jahren nicht mehr in dem Feld.

Auf der anderen Seite haben zahlreiche Personen behauptet die Erfinder von Bitcoin zu sein. Darunter der Australier Craig Steven Wright. Jahrelang war er in den Medien präsent und auch öfter vor Gericht und brachte dabei unterschiedlichste Beweise. Diese wurden teilweise bestätigt aber auch teilweise nicht. Angeblich hat er bereits über 1.000.000 Bitcoin in den ersten Jahren geschürft.

Wie funktioniert Bitcoin?

Bitcoin basiert auf einer sogenannten Blockchain. Eine Blockchain sind aneinander gereihte Blöcke welche Transaktionsprotokolle mit sich tragen. Alle 10 Minuten wird ein neuer Bitcoin Block voller Transaktionen freigegeben und an die Blockchain hinzugefügt. Dieser Prozess geschieht durch die Rechenleistung des Netzwerkes an Nodes (Netzwerkteilnehmer). Im Gegenzug erhalten diese für die zur Verfügung gestellte Rechenleistung Bitcoin. Das nennt sich Mining. Dazu aber später mehr.

Transaktionen werden somit von anderen Teilnehmer (dezentrales Prinzip) bestätigt und freigegeben.

FAQs

Zum Thema Bitcoin bekommen wir täglich hunderte Fragen gestellt. Hier sind die am meist gestellten Fragen der letzten Monate im Überblick. Weitere Fragen werden einfach in den Kommentaren beantwortet.

Ist der Bitcoin anonym?

In den letzten Jahren wurde Bitcoin auch dazu missbraucht um illegale Geschäfte über das DarkNet abzuwickeln.  Doch mittlerweile gibt es wesentlich anonymere digitale Währung welche für diese Dinge besser geeignet sind. Denn die Bitcoin Transaktionskette ist weltweit offen und einsehbar. Darin sieht man genau wieviel Bitcoin von jemandem verschickt / empfangen worden sind. Natürlich erhält man nicht sofort den vollständigen Namen und die Kontaktdaten aber zumindest die Bitcoin Adressen angezeigt.

Einer der bekanntesten Alternativen in diesem Bereich ist Monero. Aktuell sogar in den TOP 10 der digitalen Währungen mit einer Marktkapitalisierung von über 1 Mrd. US Dollar.

Auch ZCash welche gerade noch unter den TOP 30 Cryptowährungen ist bietet vollkommene Anonymität wenn es um Transaktionen unterschiedlichster Art geht. 

Bitcoin anonymous

Ist Bitcoin 100% sicher?

Grundsätzlich sind die meisten Cryptowährungen relativ sicher. Das was jedoch nicht sicher ist sind die Orte an denen man sie aufbewahrt. Viele lassen hohe Mengen an Bitcoin oder andere Crpytowährungen einfach an den Börsen liegen. Dort können diese aber sehr leicht gestohlen. Besser dagegen sind online Wallets. Wobei man auch hier noch nicht von 100% Sicherheit sprechen kann. Am besten sind die Hardwallets von Ledger. Sie bieten den höchsten Sicherheitsstandard am Markt.

Bitcoin Mining

Bitcoin werden durch das sogenannte Schürfen erzeugt. Dieser Prozess ist theoretisch für jeden möglich der einen PC / Notebook mit entsprechender Rechenleistung und Grafikkarte besitzt. Das Prinzip dahinter ist ganz einfach. Wer genug Rechenleistung besitzt um einen Block in die Blockchain hinzuzufügen bekommt Bitcoins.

Dieses Prinzip nennt sich Proof of Work. So werden Bitcoin Nutzer belohnt wenn diese Transaktionen von anderen Nutzern bestätigen. Dies geschieht über starke Rechenleistung. Alle 10 Minuten entsteht ein neuer Bitcoin Block und wird an die Blockchain gehängt. Das erklärt auch das Prinzip der Dezentralisierung von Bitcoin.

Irgendwann wird jedoch der letzte von den 21 Millionen Bitcoin geschürft werden und man kann keine neuen mehr erzeugen. Aktuell ist es so, dass die Preisschwankungen so hoch sind, dass am Tiefpunkt die Stromkosten für das Mining teurer sind als der Wert des Bitcoins. Dieses Thema wirft natürlich einige Fragen und Kritikpunkte auf. Aber dazu gleich mehr.

Bitcoin Varianten

Mittlerweile gibt es die ersten Abwandlungen von Bitcoin. Das liegt daran, dass schon in den letzten Jahren die erste Probleme bzw. Kritikpunkte am ursprünglichen Bitcoin geäußert wurden. Da nicht alle Änderungsvorschläge implementiert werden konnten und auch die Community nicht einstimmig war kam es zu ein paar Abspaltungen. 

Diese abgespalteten Varianten von Bitcoins basieren zwar auf dem selben Grundprinzip unterscheiden sich aber in gewissen Details. Auf English nennt man das „Fork“. Eine Soft Fork ist zwar eine Abspaltung funktioniert aber noch mit der ursprünglichen Variante. Eine Hard Fork ist mit ursprünglichen Version nicht mehr kompatibel und ist eigenständig. Hier ist ein Überblick der aktuell wichtigsten davon.

Bitcoin Cash

Die vermutlich bekannteste Abspaltung ist der Coin Bitcoin Cash. Mittlerweile ist auch dieser im Bezug auf die Marktkapitalisierung unter den TOP 10 Coins laut Coinbase. Die Idee dahinter ist ganz einfach. Man erhöhte die Größe eines Blocks von 1 Mb auf 8Mb und dann weiter auf 32MB. So können mehr Transaktionen auf einem Block gespeichert werden. Das löst in gewisser Hinsicht das Skalierungsproblem von Bitcoin. Denn zu Stoßzeiten dauert eine Transaktion mittlerweile mehrere Tage weil die Blöcke zu wenig Speicher haben und nur alle 10 Minuten ein neuer dazu kommt welcher die Transaktion auf der Blockchain speichern kann.

Das Segwit oder Lighting Network Update wird jedoch nicht unterstützt. Mittlerweile gibt es sogar noch eine weitere Bitcoin Cash Versio (SV) welche 128MB Speicher pro Block bietet.

bitcoin cash

Bitcoin Gold

Bitcoin Gold ist wiederum eine Hard Fork Abspaltung aus dem Jahr 20017. Das Ziel davon war den Mining Algorithmus von Bitcoin so abzuändern, dass dieser nicht mehr mit der Hardware von Bitmain (größer Hardware Hersteller für Mining Geräte) kompatibel war. Der Grund dahinter war ganz einfach, denn die Bitmain ist absoluter Marktführer in dem Bereich und gleichzeitig Anteilhaber an einem der größten Mining Pools. Diese entsprechende Macht war nicht im Sinne der Dezentralisierung weshalb es zur Änderung und Abspaltung kam.

Bitcoin Diamond

Bitcoin Diamond ist ein weiterer Hard Fork welcher auch aufgrund der grundsätzlichen Probleme von Bitcoin entstanden ist. Um die Transaktionen schneller zu machen und das System skalierbar zu halten hat man die Blockgröße auf 8Mb sowie die Geschwindigkeit in der Blöcke hergestellt werden erhöht. Die Bitcoin Diamond Foundation aus Singapore steht aktuell hinter dem Projekt.

Kritikpunkte

Es gibt entsprechend große Kritikpunkte an Bitcoin und diese werden auch in Zukunft mit steigender Anzahl an Nutzer und Transaktionen immer größer. Das ist auch der Grund weshalb sich die ersten Coins vom ursprünglichen Bitcoin durch einen Hard Fork abspalten mussten. Hier ist eine kurze Übersicht der wichtigsten Kritikpunkte.

Langsame Transaktionsrate

Einer der größten Probleme ist die Anfangs festgelegte Blockgeschwindigkeit. Aktuell hat ein Block eine größte von 1MB und alle 10 Minuten entsteht ein Block. Wenn zu viele Leute gleichzeitig Bitcoin nutzen kann es zu Transaktionsstau kommen. Dabei kommt es zu hohen Wartezeiten. Aktuell werden zahlreiche Lösung besprochen angefangen von der Reduktion der Transaktionsgröße (somit passen mehr Transaktionen auf einen Block) bis hin zur simplen Vergrößerung des Blocks.

Aber aktuell ist es in der Praxis möglich 7 Transaktionen / Sekunde abzuwickeln. Im Vergleich dazu schafft das Unternehmen Visa über 40.000 / Sekunde.

Hoher Ressourcenverbrauch

Ein Thema welches in den letzten Jahren immer relevanter geworden ist ist der hohe Energieverbrauch. Denn durch das Mining steigen auch die Anforderungen an die Hardware. Diese verbraucht mit höherer Leistung auch mehr Strom. Auch die Kühlung benötigt Strom. Das ist jedoch schon lange nicht mehr trivial. 

Mittlerweile sind die Stromkosten, wie schon erwähnt, für die Rechenleistung so hoch, dass das Bitcoin Mining nicht mehr profitabel ist. Zumindest nicht wenn im kleinen Stil. Man muss den Strom schon im Bulk einkaufen und ganze Rechenfarmen aufbauen um noch Gewinn daraus ziehen zu können.

Mittlerweile benötigt Island sogar mehr Strom für Mining als für Privathaushalte. Eine absolute absurde Zahl wenn man sich das kurz überlegt.

minin farm

Semidezentral

Ein weiterer Kritikpunkt an Bitcoin welcher auch in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen hat ist die Semidezentralität welche sich entwickelt. Natürlich ist es in der Theorie ein rein dezentrales System jedoch hat sich das in der Praxis mittlerweile anders entwickelt. Über 60% der Miningleistung ist auf die 4 größten Bitcoin Mining Pools zurück zu führen. Mittlerweile ist es nur mehr Institutionen möglich Bitcoin in größeren Mengen lukrativ zu minen da die Kosten für Einzelpersonen astronomisch wären.

Zudem gibt es ein paar sehr große Unternehmer / Unternehmen welche große Summen an Bitcoin halten. Diese Mengen sind so groß, dass die Menge an bereits geschürften Bitcoins nicht mehr gleichmäßig genug verteilt ist um einen stabilen Markt zu schaffen. Deshalb waren starke Kursschwankungen in den letzten Jahren keine Seltenheit.

Was bringt die Zukunft?

Angesichts der genannten Probleme und bereits statt gefundenen Abspaltungen sowie Änderungen sind aktuell schon weitere große vermeintliche Verbesserungen in Planung. Darunter vor allem die zweit größten Lösungsansätze welche einen Großteil der Skalierungsprobleme des Bitcoins lösen werden: Das Lightning Network und Segwit.

Lightning Network

Das Lightning Network ist ein Transaktionsnetzwerk welches zusätzlich zum Bitcoin entwickelt werden sollte. Ziel ist es kostenlose Soforttransaktionen zu ermöglichen. Seit 2015 wird nun aktiv an dieser Lösung gearbeitet. In der Praxis finden die Transaktionen dann nicht mehr über die überladene Blockchain sondern Off Chain direkt zwischen den Transaktionspartnern statt.

Segwit

Segwit steht kurz für Segregated Witness und ist eine Soft Fork Erweiterung zum Bitcoin. Konkret geht es um dabei um eine kleine Änderung im Transaktionsformat von Bitcoin. Ziel ist es die Größe der Transaktionsdatei zu verkleinern sodass mehr Transaktionen in einen 1Mb Block passen. Das aktuelle Ziel sieht vor diese um 75% zu reduzieren, sodass im Endeffekt gleich viele Transaktionen rein passen wie bei einem 4MB Block.

segwit

Erfahrung

Bisher haben wir gemischte Erfahrungen mit Bitcoin gemacht. Einerseits gefällt uns die Idee und vor allem der Mut von Satoshi Nakamoto aber in der Praxis kam es in den letzten Jahren vermehrt zu Problemen. Vor allem die teils hohen Transaktionskosten, nicht 100%ige Anonymität sowie langsme Transaktionsgeschwindigkeit sprechen haben uns teilweise gestört. Nichts desto trotz nutzen wir Bitcoin weiterhin und sind gespannt was die Zukunft bringen wird.

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Clemens

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